Wenn einer eine Mitfahrgelegenheit nutzt ...
geschrieben am 27.07.2009 um 16:03 UhrWer schon öfter eine Mitfahrgelegenheit genutzt hat, weiß, dass es hinterher oft etwas zu erzählen gibt. Dies fängt schon beim Heraussuchen an. Unter dem 7er BMW Fahrer stellt man sich vor Fahrtantritt jemand ganz anderen vor, als wenn man eine Mitfahrgelegenheit erwischt hat, die mit einem Fiat Cinquecento unterwegs ist.
Nicht selten bestätigt sich das Vorurteil im Nachhinein. Der BMW oder Mercedes Benz Fahrer hat sich als Geschäftsmann oder Autotuner herausgestellt. Letzterer hatte natürlich dicke Felgen an seinem 7ner BMW. Die Fiat Cinquecento Fahrerin war eine von Göttingen nach Hannover fahrende Studentin. Ich muss sagen, dass ich froh war, die 140 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn heil überstanden zu haben. Von außen und innen war nämlich nicht mehr viel Originales zu erkennen, das Auto wurde quasi von seinen Ersatzteilen zusammengehalten. Die Sozialpädagogin, zu der ich mal zwischen Hamburg und Berlin ins Auto gestiegen bin, war erwartungsgemäß mit einem Citreon, genauer gesagt mit einer Ente, vorgefahren. Nicht nur, dass wir ewig für die Strecke gebraucht hätten, sie wollte mich und die anderen Insassen auch noch die ganze Zeit in eine Diskussion verwickeln. Weil der spontane Besuch in München nicht mehr allzu große Auswahl an Mitfahrgelegenheiten lies, blieb eigentlich nur noch der Opel Manta übrig.
Der Opel Fahrer ist mit dem Tuning und Styling des Flitzers seinem Ruf bestens gerecht geworden. Das Gefährt sah schon recht schräg aus. Dummerweise hat der Fahrer während der Fahrt die ganze Zeit geraucht wie ein Schlot. Das man mal das Glück hat und in einem Jaguar -XK oder 4,4 Cabrolet V8 mitfahren kann, ist eher unwahrscheinlich, haben es dessen Besitzer doch nicht nötig, ihre Fahrtkosten zu decken. Gleiches gilt wahrscheinlich für Fahrer eines Alfa Romeo. Ich hätte nichts dagegen, mich einmal während der Fahrt von ihrem Audio-Hifi-System beschallen zu lassen. Der VW Beetle Fahrer zwischen Wilhelmshaven und Osnabrück hat sich als Nostalgiker herausgestellt.
Obwohl er, wie er erzählte, mit seinem Wagen zu ziemlich überall hin gefahren ist, wohin man mit Straßen kommt und sich dementsprechend eigentlich gut auskennen müsste, brauchte er aufgrund seiner Orientierungsschwäche ein Navigationsgerät. Was nicht so häufig vorkommt, ist, in ein Auto mit Hybridantrieb einzusteigen. So, wie es mir letztens erst beim Toyota Prius passiert ist.
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