Verschrottungsprämie für Gebrauchtwagen oder Die Tricksereien der Automobilindustrie

geschrieben am 28.11.2008 um 15:02 Uhr

Eine staatliche Verschrottungsprämie soll die Autofahrer nun dazu animieren, ihr altes Auto gegen ein neues, umweltfreundlicheres Gefährt einzutauschen. Auf den ersten Blick sieht es also danach aus, als wolle die Automobilindustrie dem Weltklima etwas Gutes tun – bei näherer Betrachtung fällt dann jedoch auf, dass der Energieverbrauch durch die Produktion der umweltfreundlichen, neuen Autos nicht zu verachten ist. Diese Rechnung geht also nicht zugunsten des Umweltschutzes auf, so wie es eigentlich gedacht war, denn rund 20 Tonnen CO2 werden bei der Herstellung eines neuen PKW produziert. Die Einsparung von CO2 durch den Umstieg auf einen verbrauchsgünstigeren PKW rechtfertigt diese Mittel also nicht.

Wenn man mal das extremste Beispiel nimmt und ein Autofahrer steigt von seinem Porsche Cayenne Turbo S (358 g/km) auf den sehr sparsamen Smart Fortwo mit Dieselmotor (88 g/km) um, müsste dieser dennoch erst einmal 70.000 km fahren, um alleine die Menge an CO2 zu sparen, die bei der Produktion des Smarts freigesetzt wurde.

Ökologisch ist die Verschrottungsprämie also mehr als fragwürdig, ökonomisch gesehen belebt sie jedoch natürlich den Umsatz der Automobilindustrie, denn zumindest auf kurze Sicht würde der Absatz von Neuwagen wieder enorm ansteigen. So oder so - mit Umweltschutz hat die Verschrottungsprämie auf jeden Fall nichts gemeinsam.

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